Der eigene Kräutergarten als kulinarische Bereicherung

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Dass Gärtnern glücklich macht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Noch erfreulicher ist es jedoch, wenn man sich nicht nur an der schönen Blütenpracht satt sehen, sondern den Ertrag der Mühe auch mit anderen Sinnen wahrnehmen kann. Ein Kräutergarten sieht nicht nur idyllisch aus, er bereichert auch auf kulinarische Weise. Zudem ist er pflegeleicht und im Handumdrehen angelegt. Lesen Sie selbst!

Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Kräutergarten zu bewirtschaften. Selbst wenn Sie keinen Garten besitzen, können Sie Kübel auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank platzieren. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen je nach Art die optimale Sonneneinstrahlung bekommen, wobei die meisten Kräuter viel Licht benötigen, vor Wind geschützt sind und im Idealfall nahe der Küche stehen, damit sie nach der Ernte rasch verarbeitet werden können.

Wann ist die optimale Zeit, um einen Kräutergarten anzulegen?

Damit in den Sommermonaten die Ernte erfolgen kann, ist der Frühling der beste Zeitpunkt, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Möchten Sie die Pflanzen gleich in die Erde setzen, sollten Sie diese im Mai aussäen. Der Boden sollte dafür trocken sein. Zunächst können Sie aber auch kleine Töpfe herrichten und die ersten Triebe später in die Erde setzen.

Zubehör und Gestaltung

Für einen eigenen Kräutergarten braucht es nicht viel Material, denn in der Gestaltung sind Sie völlig frei. Um ihre kleine Kräuteroase optisch aufzuwerten setzen Sie am besten auf Naturmaterial wie Findlinge oder Rindenmulch. Letzterer eignet sich sehr gut, um schmale Wege anzulegen. Diese sind besonders förderlich um alle Pflanzen bei der Ernte gut zu erreichen und nicht auf die Beete treten zu müssen. Grenzen Sie einzelne Sektoren zum Beispiel aus selbst geflochtenen Zäunen aus Weideästen ab. Diese sind besonders elastisch und lassen sich daher gut verarbeiten. Beliebt sind auch niedrige Buchsbaumhecken zwischen den Beeten. Jedoch sollten sie den Kräutern nicht das Sonnenlicht nehmen. Außerdem lassen sich Tontöpfe problemlos in das Kräuterbeet integrieren. Möchten Sie Ihre Pflanzen ausschließlich in Kübeln hochziehen, macht es optisch einen netten Eindruck, wenn Sie diese auf einem Etagere anrichten. Vergessen Sie aber nicht, die einzelnen Standorte mit dem Namen der gesäten Pflanze zu beschriften. Ein herkömmliches Papierschild an einem Stock ist Ihnen zu langweilig und zu instabil? Zerbrechen Sie einen alten Keramikblumentopf und beschriften Sie die Scherben, welche Sie ins Beet legen. So entsteht etwas Abwechslung.

Verschiedene Kräutergärten

Wie bereits erwähnt, können Sie Ihren Kräutergarten nach Lust und Laune anlegen.

Ohne Ordnung

Am einfachsten ist es natürlich alles durcheinander zu pflanzen. Früher war diese Art sogar die gängigste Methode. Erst mit dem Aufkommen der gepflegten Klostergärten legte man mehr Wert auf die geordnete Gestaltung. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass die Höhe der Pflanzen von innen nach außen abnimmt.

Das Hochbeet

Ein Hochbeet ist besonders für kleine Gärten geeignet, da es wenig Platz benötigt. Zudem ist es sehr robust und gewährt den Kräutern mehr Sonneneinstrahlung, sodass sie schneller gedeihen. Legen Sie unter Ihrem Hochbeet unbedingt Maschendraht aus, damit Wühlmäuse Ihnen nicht zuvor kommen. Daraufhin schütten Sie Erde in der gewünschten Höhe an und umranden das Beet mit beliebigem Material wie Holz, einer Steinmauer oder Kunststoff.

Die Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale, auch als Kräuterschnecke bekannt, ist ein wahrer Hingucker, der gleichzeitig aber auch viel Arbeit in Anspruch nimmt. Typisch ist die Einteilung in vier Zonen, der Mittelmeerzone, der Feuchtzone, der Normalzone sowie der Wasserzone. Alle vier Abschnitte liegen auf unterschiedlicher Höhe. Die Nährstoffdichte der Erde fällt ab, je höher die Zone gelegen ist. Füllen Sie Ihre Spirale aus Steinmauern hierzu mit Substrat. Bei den oben gelegenen Zonen mischen Sie zusätzlich Sand in die Erde, um die Verminderung der Nährstoffe zu erreichen.

Für den Balkon

Sollen Ihre Kräuter in Kübeln auf dem Balkon gedeihen, müssen Sie beachten, dass sie in der Regel stärkerem Wind ausgesetzt sind als am Boden. Die Töpfe sollten daher standfest platziert werden und keine allzu großen Pflanzen enthalten.

Im Gewächshaus

Möchten Sie eine möglichst schnelle Ernte einbringen, empfiehlt es sich. Ein Gewächshaus aus Kunststofffolie aufzustellen. Hier staut sich die Sonnenwärme und beschleunigt das Wachstum. Trotzdem sollten Sie hin und wieder lüften und das Häuschen entfernen, sobald die Kräuter groß genug sind.

Alles über die Kräuter

Sie sind die Protagonisten im Beet und bereichern Ihren Garten und später auch Ihre Speisen mit ihrem herrlichen Aroma. Welche Kräuter besonders harmonieren, viel oder wenig Sonne brauchen, erfahren Sie hier.
Bärlauch und Waldmeister sind in der freien Natur im Wald anzutreffen und gehören auch im Kräuterbeet an einen schattigen Platz.
Pflanzen mit dünnen, großen Blättern benötigen viel Wasser und sind im Halbschatten besser aufgehoben. Hierzu zählen Wiesenpflanzen wie Kerbel und Sauerampfer, aber auch Minze und Zitronenmelisse.
Kleine, dicke und behaarte Blätter benötigen nur wenig Wasser und fühlen sich in der prallen Sonne wohl. Vor allem mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin sind die Wärme aus ihrer Heimat gewohnt. Einzige Ausnahme bilden Oregano und Knoblauch, die besser im Halbschatten gezüchtet werden.
Übrigens fördert Zitronenmelisse das Wachstum der anderen Plflanzenarten und ist somit der ideale Partner für fast jedes Kraut. Nur Basilikum verträgt sich nicht mit dieser Pflanze.

Nach der Ernte

Bei richtiger Pflege können Sie in den Sommermonaten frische Kräuter auf Ihren Speisen genießen. Ein frischer Kräuterquark mit Kartoffeln ist zum Beispiel ein herrlich leichtes Rezept für warme Tage. Mit aromatischem Basilikum richten Sie Tomate Mozzarella an und Dill passt ausgezeichnet zu Fisch. Minze empfiehlt sich hingegen auch für Süßspeisen. Sie bildet beispielsweise das i-Tüpfelchen auf dem Sorbet oder in der Quarkspeise. Damit Sie auch im Winter noch von Ihrer Arbeit profitieren, können Sie die Kräuter auch trocknen. Besonders Thymian und Rosmarin sind dafür wie geschaffen. Einfrieren sollten Sie die frischen Kräuter dagegen nicht. Sie verlieren beim Abtauen ihr Aroma und sind oft durchweicht.


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