Den Herbst beim Hausbau als Planungsphase nutzen

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Der Herbst ist typischer Weise eine graue und trübe Jahreszeit in der Wind weht, der Regen peitscht und die ersten Fröste kommen können. Inmitten dieser widrigen Witterungsbedingungen gilt es bereits begonnene Hausbauten fertig zu stellen oder neue Bauvorhaben zu planen.

Die rauen klimatischen Besonderheiten der Herbst- und Winterbaustellen erfordern eine enorm gute Planung mit Spielraum für Unvorhersehbares. Es gehört fast schon zu den Klassikern, dass die extremen Witterungsverhältnisse dieser Jahreszeit immer zum ungünstigsten Zeitpunkt kommen. So können gelagerte Baumaterialien Schaden nehmen, die Bauarbeiten können sich verzögern oder müssen sogar gestoppt werden. Am Ende können die Kosten unkontrollierbar explodieren und der ersehnte Einzug verzögert sich möglicherweise dramatisch.

Wer die Sache jedoch geschickt angeht, kann den Herbst- und Winterzeitraum viel geschickter und gewinnbringender nutzen. Viele erfahrene Bauherren verwenden diese Zeit deswegen zur Planung des Bauvorhabens und zur Festlegung der Rahmenbedingungen. So kann der Bau des Eigenheims im Frühjahr viel entspannter und effizienter beginnen und damit letztlich sogar Zeit, Kosten und Nerven sparen.

Den Hausbau mit konkreten Zügen planen

Bei der Planung eines Hauses braucht es deutlich mehr als nur einen Grundriss und „ein paar Steine“. Es sind letztlich drei Phasen aus denen eine solide Vorbereitung besteht. Um die Planung in eine sinnvolle Reihenfolge zu bekommen, steht an erster Stelle die Informationsphase. Während es draußen nun tatsächlich das erahnte Schmuddelwetter gibt, fällt es viel leichter sich in Ruhe im Internet zu erkundigen oder sich mit Freunden zu unterhalten, die in derselben Situation sind oder diese bereits erfolgreich gemeistert haben. So kann der Gedanke vom Eigenheim reifen und erste erkennbare Formen annehmen.

Im Moment geht es dabei um so elementar wichtige Fragen wie die Auswahl des Grundstücks, um das Wälzen von Hausbau-Katalogen und gegebenenfalls um den Besuch von Musterhausparks und/oder Musterhäusern. Dabei kann man die Vorstellungen plastischer erleben und Anregungen sammeln. Das visionäre Bild vom zukünftigen Haus wird dabei immer klarer und deutlicher. Diese deutliche Vision zu entwickeln ist ganz besonders wichtig. Nur mit einer konkreten Vorstellung können sichere und zielführende Entscheidungen getroffen werden.

Laut Schulbuch bedeutet Planung die gedankliche Vorwegnahme künftiger Ereignisse. Die Vorbereitung des eigenen Heims geht da ein ordentliches Stück weiter. Ein geeignetes Baugrundstück kann auch in Herbst und Winter bereits ausgesucht und käuflich erworben werden. Bei diesem Verwaltungsakt kann man getrost einiges an Zeit einplanen. Das ist Zeit, die dann bei Baubeginn gespart werden kann. Bei der Gelegenheit lassen sich auch in aller Ruhe Bau- und Leistungsbeschreibungen von Ingenieuren und Baufirmen prüfen.

Schon hier wird deutlich wie viele Vorteile „betreutes Bauen“ mit sich bringt. Im Klartext: Bauherren sollten den Einsatz eines Bauingenieurs prüfen. Einem Profi, der die Bauphasen begleitet, den Gewerken im Einzelfall auf die Finger schaut und bei Bedarf Nachbesserungen einfordert oder einzelne Dienstleister auch mal in Regress nimmt.

Geld durch richtige Planung sparen und Risiken minimieren

Häuser und Einrichtungen wollen nicht nur finanziert sondern auch versichert werden. Vor diesem Hintergrund gilt es mögliche Fördermittel zu beantragen und Versicherungen abzuschließen. Um all diese Gespräche mit Architekten, potentiellen Baufirmen und Versicherungen führen zu können, sollten gute 3 bis 5 Monate im Zeitplan berücksichtigt werden.

Aus der Natur der Sache heraus können Häuslebesitzer nie vorhersehen wie viel Strom sie tatsächlich verbrauchen. Gleichwohl können sie durch die Wahl des Stromanbieters entscheiden, welche Stromart sie fördern wollen. In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass sich die gesetzlichen Vorgaben der Energiepolitik hier und da immer mal wieder verändern. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auch den Neuerungen der EnEV gelten. Natürlich gehören auch die energetischen Standards für Eigenheime mit in diesen Themenkreis.

Im Herbst sind Baufinanzierungen häufig günstiger. Sollte die Baufinanzierung schon stehen und das Bauunternehmen gefunden sein,so muss noch die Baugenehmigung beantragt und genehmigt werden. Allein dafür sollten Häuslebauer gut 4 Wochen einplanen. Je nach Region und Arbeitsanfall bei den Behörden kann so ein Vorgang auch schon mal 2 bis 3 Monate dauern.

Sicherheit, Haftung und Vorsorge

Auf die mit Abstand schrägsten Ideen kommt immer noch das Leben selber. Kein Mensch kann ahnen oder vorhersehen, was während der Bauzeit auf der Baustelle so alles passiert. Wenn dann wirklich mal Schäden entstehen, dann stellt sich immer auch die Frage danach wer der Verursacher ist und wer wofür haftet. Der Bauherr kann Fehler machen, der Blitz kann einschlagen, Niederschlag kann die Grube füllen oder etwas unterspülen. Eventuell war die Baustelle war für einen Moment nicht ordentlich abgesichert …

Grundsätzlich gilt freilich, dass die beauftragte Baufirma die Verantwortung bis zur Fertigstellung trägt. Nur was ist, wenn die Baufirma dieser Verantwortung nicht nachkommt? Es können Schadenersatzansprüche entstehen, für die im Vorfeld Vorsorge getroffen werden muss. Ach ja – falls mal wieder sintflutartige Regenfälle einsetzen sollten und die Bauzeit verlängert werden muss, die Bauherren sollten sich hierüber ebenfalls ausreichend informieren. (BGH 1973 VII ZR 196/72).

Auch rund um die Baustelle gibt es viel Bewegung – die Baustellenlogistik. Für die Sicherung des Grundstücks und der Baustelle ist der Bauherr verantwortlich. Er untersteht den Regelungen zur Verkehrssicherungspflicht. Allein dafür lohnt es sich einen Anwalt für das Baurecht zwecks Beratung ausfindig zu machen.

Pure Vorfreude

All diese Punkte wollen im Vorfeld geregelt, beantwortet und entschieden sein. Bei der Planung sollte auch die Gestaltung des Gartens bereits Thema sein, um nachher beim Bau alles optimal umsetzen zu können. Dabei füllen sich einige Ordner mit Angeboten, Verträgen, Anträgen, Baugenehmigung und Rechtsgrundlagen. Viele Häuslebauer gewinnen so in dieser Phase einen tiefen Einblick in das Baurecht und andere Vorschriften.

Aber keine Panik. Das alles sieht nur auf den ersten Blick nach „mehr“ aus. Im Normalfall läuft bei guter Planung alles ruhig und sicher ab. Das ist so richtig was für die langen Herbst- und Winterabende. Bei der richtigen Vorbereitung wächst die Vorfreude auf das eigene Heim wie von selbst. Ideen entstehen und alles nimmt wunderbare Formen an.


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